Beim Gang durch den Supermarkt denke ich immer öfter an das Bild einer vor sich hintreibenden Müllinsel im Meer – Plastik, soweit das Auge reicht. Dieses Plastik zu reduzieren ist möglich, sofern alternative Verpackungen im Supermarkt angeboten werden. Schwieriger wird es, wenn man sich an der Reduktion von Mikroplastik versucht, da dieses nur bei genauem Betrachten erkennbar wird. Doch was ist Mikroplastik? Wo treffen wir es an? Und wie können wir es weitgehend vermeiden?  Der folgende Blogbeitrag versucht Antworten auf diese Fragen zu finden.

Wie ist Mikroplastik definiert?

Als Mikroplastik werden Kunststoffpartikel, die kleiner als 5 Millimeter sind, definiert. Mit freiem Auge sind diese Partikel quasi kaum erkennbar. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primären und sekundären Partikeln aus Kunststoff. Primäre Mikropartikel werden gezielt in der für den Gebrauch vorgesehenen Größe hergestellt (zB. Duschgels, Peelings, Zahnpasta, etc. …) und dienen somit der mechanischen Reinigung von Haut und Zähnen, während sekundäre Mikropartikel unbeabsichtigt aus gewöhnlichen Kunststoff-Gebrauchsgegenständen durch Zerfalls- oder Alterungsprozesse (zB. Abrieb von Autoreifen) entstehen. Die Gruppe sekundärer Mikropartikel aus Kunststoff lässt sich schwerer vermeiden und stellt vor allem in Gewässern ein Problem dar. Filtersysteme, wie Kläranlagen, können Partikel dieser Größe nicht zurückhalten und somit trägt beispielsweise das Waschen von Textilien aus synthetischen Fasern zur Freisetzung von Mikropartikeln in die Umwelt bei. 

Wo ist Mikroplastik enthalten?

Die Partikel wurden bereits in Honig, Trinkwasser, diversen Lebensmitteln und Bier nachgewiesen. Dabei spielt der Wasserkreislauf eine große Rolle – kommen die Partikel einmal ins Wasser, ist es schwer bis unmöglich, sie wieder zu eliminieren. Da Wasser auch Ausgangsbasis für Bier ist, wird es auch dort vorgefunden – bis zu 70 Mikroplastikteilchen wurden in einem Labortest in einer Flasche Bier nachgewiesen. Das Vorkommen der Teilchen im Trinkwasser lässt ein Vorkommen in allen Nahrungsmitteln, die aus Wasser bestehen oder mit ihm in Berührung kommen, vermuten. Auch im Regenwasser wurde bereits Mikroplastik nachgewiesen. 

Mikroplastik in der Nahrungskette

Über die Nahrungskette gelangen die Partikel und ihre Schadstoffe – im Meer zB. von Fischen aufgenommen – auch in den menschlichen Körper, wo sie sich anreichern können. Mögliche Auswirkungen auf den Körper sind bisweilen noch nicht ausreichend erforscht. Vermutet werden Störungen des Hormonsystems. Schwermetalle, die als Stabilisatoren in Kunststoffen fungieren, sind nachgewiesen krebserregend. Auch Flammschutzmittel und UV-Filter können in Plastik enthalten sein und sind gesundheitsschädlich.

Wie können wir Mikroplastik vermeiden?

Das persönliche Konsumverhalten kann die Verschmutzung der Umwelt durch Mikroplastik zumindest reduzieren. Indem wir versuchen beim Einkauf weitgehend Plastikverpackungen zu vermeiden, durch den Verzicht auf Kosmetikprodukte, welche Mikroplastik enthalten, oder dem Verzicht auf synthetische Funktionskleidung.

Mikroplastik – Eine unsichtbare Gefahr

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